Die Osterweiterung im Tennissport
Paszek ist ein Lichtblick, aber wo ist der Rest der Bande? Die ganze neue EU spielt im Damentennis vorne mit und wir bleiben das alte, starre Europa. Wobei vielleicht alt und starr nicht einmal zutreffen muss. Vielleicht sind wir einfach zu flexibel, zu modern und daher auch zu tennisuntauglich. Als Verschwörungstheoretiker betätigen wollte ich mich noch nie, aber warum nicht einmal etwas unkonventioneller denken. Das man in Russland nur mehr mit Tennis das große Geld verdienen kann, sonst der Wodka unerschwinglich wird, das kann doch nicht alles hinter den tollen Ergebnissen sein. Ehrgeizige Tenniseltern gibt es aber auch hier im Land, wenige sind es geworden oder zum Glück geblieben. Was in der Vergangenheit anders war und was sich jetzt ganz deutlich zeigt, ist der zunehmende Mangel an Interessen bei der Jugend. Der Gedanke ist jetzt nicht von mir, ich muss zugeben: Ich hatte einen Mentor auf den Tribünen. Wenn heute ein kleines Kind zum Tennisspielen anfängt, dann wandert es erst in den Kinderkurs. Dort wird brav eine Kugel über das Netz bewegt und etwas für den Kinderkörper getan. Papa als Trainer - Fehlanzeige. Wirklich beim Tennissport bleiben da nur mehr wenige, es gibt einfach attraktivere Dinge wie die Playstation oder den Computer. Kurz gesagt - ich will jetzt nicht fremdes Gedankengut zu ausführlich beschreiben - was fehlt dem Tennissport in Österreich: Stinkreiche tennisbegeisterte Eltern, ein motiviertes Kind ohne Nebensportarten und Playstation, 20 Millionen Einwohner mehr mit der damit verbundenen höheren Chance und einer hohen Geburtenrate; und natürlich Wodka als einzige Alternative zum Tennis.
Philipp Naderer - 26. Oktober, 14:09
